Archiv der Kategorie: In eigener Sache

Stabwechsel im Allianzvorstand

Der alte und der neue Vorsitzende: Alexander Hirsch und Stefan Piechottka (v.l.)

Stefan Piechottka ist neuer 1. Vorsitzender der Evangelischen Allianz Marburg. Der Pastor der Evangelischen Gemeinschaft am Ortenberg wurde in der Allianzsitzung am 30. November als Nachfolger von Alexander Hirsch gewählt. Hirsch, Pastor der freikirchlichen Anskar-Kirche, hatte 11 Jahre im Vorstand mitgearbeitet, seit 2013 als 1. Vorsitzender.

Stefan Piechottka erklärte nach seiner Wahl: „Ich freue mich sehr über das Vertrauen, das mir mit der Wahl entgegengebracht wurde und vor allem auf das, was wir miteinander bewegen wollen.“ Der 47jährige Piechottka studierte in Marburg Theologie, verbrachte seine ersten zehn Berufsjahre in Hamburg und lebt seit 2008 wieder mit seiner Familie in Marburg.

Im Eröffnungsgottesdienst der Allianzgebetswoche (Sonntag, 14. Januar, 10.30 Uhr im Tabor-Gemeindezentrum) wird Stefan Piechottka in sein Amt als 1. Vorsitzender eingeführt.

Evangelische Allianz stellt sich hinter den Christus-Treff

In einer Sondersitzung beschäftigte sich die Evangelische Allianz Marburg am Donnerstag mit der aktuellen Diskussion über evangelikale Gemeinden, die durch die Kontroverse um den Lokschuppen und den Christus-Treff ausgelöst wurde. In der Sitzung stellte sich die Mitgliederversammlung uneingeschränkt hinter den Christus-Treff.

„Wir respektieren es natürlich, dass nicht jeder mit Stil, Inhalten oder auch Bauvorhaben des Christus-Treff einverstanden ist“, erklärte Alexander Hirsch, 1. Vorsitzender der Evangelischen Allianz. „Aber wir wünschen uns gleichzeitig einen offenen und wertschätzenden Dialog, wie er zu Marburg als ‚Stadt der Vielfalt‘ passt.“ Die Sitzungsteilnehmer äußerten sich sehr besorgt darüber, dass evangelikale Christen offenbar als Störfaktor gesehen werden und erklärt wurde, sie passten nicht nach Marburg. Einer solchen Diskriminierung dürfe in Marburg kein Raum gegeben werden.

Hirsch wies auch den in der Presse erhobenen Vorwurf zurück, der Christus-Treff integriere sich nicht in die Stadtgesellschaft oder sei nicht dialogbereit. Schließlich engagiere sich diese Gemeinde seit über 30 Jahren zum Wohle der Stadt und wirke auf vielen Ebenen mit.

Deutsche Evangelische Allianz: Für christliche Grundwerte in unserem Staat

Die Evangelische Allianz in Deutschland (DEA) hat in einer umfassenden Stellungnahme unter dem Titel “Sucht der Stadt Bestes” erstmals ihre politischen Grundüberzeugungen im Zusammenhang veröffentlicht. Der Verband, dem sich nach Schätzungen ca. 1,4 Millionen Christen aus Landes- und Freikirchen zugehörig fühlen, will mit dem Dokument über die gesellschaftlichen Ziele der Bewegung informieren.

In der Stellungnahme wird der freiheitliche Verfassungsstaat der Bundesrepublik Deutschland ausdrücklich bejaht. Dabei lehnt die Evangelische Allianz Forderungen nach einem “christlichen Staat” ab, betont die bewährte Trennung von Kirche und Staat, fordert aber auch die Parlamentarier und die Regierung auf, sich der christlichen Wurzeln der modernen Demokratie zu erinnern, sie zu fördern und sich davon leiten zu lassen. Wörtlich heißt es in der Stellungnahme: “Die klare Unterscheidung zwischen dem geistlichen Auftrag der Kirche und dem weltlichen Auftrag des Staates ist elementar. Nach unseren Überzeu­gungen darf sich weder der Staat anmaßen, als totalitäre Ideologie alle Lebens­bereiche seiner Bürger zu bestimmen, noch die Kirche, weltliche Herrschaft im säkularen Staat ausüben zu wollen.”

Zu den Grundüberzeugungen der Evangelischen Allianz gehören seit ihrer Gründung 1846 außerdem der Einsatz für weltweite Menschenrechte und Religionsfreiheit, auch für andere Religionen, für den Lebensschutz und die friedliche Beilegung von Konflikten. “Christen der Evangelischen Allianz sehen wie viele andere eine besondere Verantwortung für die Schwachen und Ausgegrenzten in der Gesellschaft. Sie wenden sich gegen jede Form von Rassismus und beugen sich unter die Schuld der Christenheit, in der Vergangenheit Rassismus gefördert, unterstützt oder geduldet zu haben. Jede Form von Sklaverei, auch in der modernen Form der Ausbeutung und des Menschenhandels, ist ein Verstoß gegen die Menschenwürde.”

Lesen Sie die gesamte Meldung auf den Seiten der Deutschen Evangelischen Allianz.

Hier geht es zu der Erklärung “Suchet der Stadt Bestes”.

Marburg – ein toleranter Ort in Hessen?!

Aus Anlass der anhaltenden Kontroverse um den “Kongress für Psychotherapie und Seelsorge” hat der Vorstand der Evangelischen Allianz Marburg folgende Erklärung abgegeben:

Marburg – ein toleranter Ort in Hessen!?

In wenigen Tagen werden etwa eintausend Psychotherapeuten, Psychiater, Psychologen und Seelsorger zu einem Fachkongress zum Thema „Identität“ nach Marburg anreisen.
Zum dritten Mal ist unsere schöne Stadt Gastgeber für diese Fachleute, die sich tagein, tagaus um Menschen bemühen und die auf diesem Kongress das Gespräch mit Kollegen suchen und interne Fortbildung und Schulung anbieten.

Wir heißen diesen Fachkongress ausdrücklich und herzlich in Marburg willkommen!

In der Auseinandersetzung im Vorfeld dieses Kongresses ist ein sehr aggressives Klima in der Stadt entstanden. Durch Diffamierungen und Falschbehauptungen wurden einzelne Referentinnen und Referenten, dann der ganze Kongress und schließlich Christen in Marburg allgemein angegriffen. Dadurch angeregt wurden Bündnisse geformt, die den Kongress verhindern wollen.

Dabei ist offenbar nicht auszuschließen, dass es neben Demonstrationen auch zu gewalttätigen Angriffen kommen kann. Im Internet werden Studenten aus Gießen, Frankfurt, Kassel, Göttingen usw. aufgefordert, gemeinsam den Kongress zu verhindern.

Inzwischen sind in Marburg die Gebäude von Gemeinden und christlichen Organisationen verschiedener Konfessionen sowie Privathäuser mit Parolen beschmiert und beschädigt worden. Diese intoleranten Aktionen zeigen, dass sich das Klima in Marburg zuzuspitzen droht.

Es kann in unserer freien und offenen Stadt nicht sein,

  • dass einzelne Personen verunglimpft und Christen angegriffen werden,
  • dass ein Fachkongress gezwungen werden soll, Referenten auszuladen, weil sie manchen Lobbygruppen ein Dorn im Auge sind,
  • dass durch einseitige politische Agitation eine Veranstaltung verhindert werden soll, die weder in ihren Themen noch in ihrer Ausrichtung mit dem übereinstimmt, was ihr vorgeworfen wird.

Wir rufen alle Verantwortlichen in Politik, Universität und Gesellschaft auf, sich auch weiterhin gegen alle undemokratischen Versuche der Einschüchterung, des Krawalls und der Einschränkung von Grundrechten einzusetzen.

Setzen Sie sich mit uns für Redefreiheit, Religionsfreiheit, Wissenschafts- und Therapiefreiheit ein!

Als Marburger Christen wollen wir nicht nur gute Gastgeber für den Kongress sein, wir müssen als Demokraten auch die Grundrechte unserer demokratischen Gesellschaftsordnung verteidigen.

Wir jedenfalls stehen ein für einen sachlichen und offenen Diskurs, für Wahrheit und Toleranz in der inhaltlichen Auseinandersetzung und für Rede- und Meinungsfreiheit aller Bürger dieser Stadt und unserer Gäste aus dem In- und Ausland.

Für viele Christen in dieser Stadt:

Der Vorstand der Evangelischen Allianz Marburg
Karl Böttner, Alexander Hirsch

Evangelische Allianz Marburg stellt sich hinter Kongress für Psychotherapie und Seelsorge

Vom 20. bis 24. Mai 2009 findet in Marburg der “6. Internationale Kongress für Psychotherapie und Seelsorge” der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge statt. Gegen diesen Kongress wird von verschiedenen Seiten protestiert. Aus diesem Anlass hat die Evangelische Allianz Marburg in ihrer Sitzung am 21. April 2009 folgende Erklärung abgegeben:

Erklärung der Evangelischen Allianz Marburg zum 6. Internationalen Kongress der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge vom 20. bis 24. Mai 2009 in Marburg

Wir als Christinnen und Christen aus verschiedenen Kirchen, Gemeinden, Gemeinschaften, Werken und Organisationen, die der Evangelischen Allianz Marburg angehören, begrüßen den 6. Internationalen Kongress der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge in unserer Stadt Marburg.

Wir sind dankbar für die qualifizierte und segensreiche Arbeit der über eintausend christlichen Psychiater, PsychotherapeutInnen, PsychologInnen, TherapeutInnen und SeelsorgerInnen aus dem In- und Ausland, die sich zu diesem Kongress angemeldet haben. Aus der Erfahrung der Gemeindepraxis wissen wir, wie wichtig kompetente und engagierte seelsorgerliche und therapeutische Begleitung von Menschen in unserer Zeit ist.

Wir freuen uns, dass die Universitätsstadt Marburg nunmehr zum dritten Mal Gastgeberin für diesen Kongress ist. Wir sind dankbar, dass sowohl der Präsident der Philipps-Universität Marburg, Prof. Dr. Volker Nienhaus, als auch der Oberbürgermeister der Stadt Marburg, Egon Vaupel, deutlich gemacht haben, dass Marburg als liberale, weltoffene und den Menschen zugewandte Stadt sich nicht von bestimmten Lobbygruppen beeindrucken lässt, die im Zusammenhang mit diesem Kongress versuchen, die Meinungs-, Rede- und Forschungsfreiheit einzuschränken.

Wir treten entschieden für diese bürgerlichen Grundrechte ein und fordern alle Verantwortlichen in der Universität, der Stadt und dem Land Hessen dazu auf, allen Versuchen der Zensur und Einschüchterung, die gegen diesen Kongress oder einzelne ReferentInnen gerichtet sind, deutlich zu widerstehen.

Wir hoffen darauf und beten dafür, dass auch während dieses Kongresses Marburg sich als toleranter und friedlicher Ort von Forschung, Lehre, Meinungs-, Bildungs- und Glaubensfreiheit erweisen wird.

Einstimmig angenommen in der Sitzung der Evangelischen Allianz am 21. April 2009

Der Vorstand:
Karl Böttner, Dipl. Ing., 1. Vorsitzender
Alexander Hirsch, Pastor, 2. Vorsitzender
Michael Reuter, Geschäftsführer, Kassierer
Georg Kalb, Sozialarbeiter, Schriftführer