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Evangelische Allianz stellt sich hinter den Christus-Treff

In einer Sondersitzung beschäftigte sich die Evangelische Allianz Marburg am Donnerstag mit der aktuellen Diskussion über evangelikale Gemeinden, die durch die Kontroverse um den Lokschuppen und den Christus-Treff ausgelöst wurde. In der Sitzung stellte sich die Mitgliederversammlung uneingeschränkt hinter den Christus-Treff.

„Wir respektieren es natürlich, dass nicht jeder mit Stil, Inhalten oder auch Bauvorhaben des Christus-Treff einverstanden ist“, erklärte Alexander Hirsch, 1. Vorsitzender der Evangelischen Allianz. „Aber wir wünschen uns gleichzeitig einen offenen und wertschätzenden Dialog, wie er zu Marburg als ‚Stadt der Vielfalt‘ passt.“ Die Sitzungsteilnehmer äußerten sich sehr besorgt darüber, dass evangelikale Christen offenbar als Störfaktor gesehen werden und erklärt wurde, sie passten nicht nach Marburg. Einer solchen Diskriminierung dürfe in Marburg kein Raum gegeben werden.

Hirsch wies auch den in der Presse erhobenen Vorwurf zurück, der Christus-Treff integriere sich nicht in die Stadtgesellschaft oder sei nicht dialogbereit. Schließlich engagiere sich diese Gemeinde seit über 30 Jahren zum Wohle der Stadt und wirke auf vielen Ebenen mit.

Vergeltung und Versöhnung

Driftet unsere Gesellschaft auseinander? Wie kann das Zusammenleben gelingen? Welche Antwort haben wir als Christen? In seiner Predigt am Abschlussabend der Allianzgebetswoche im Marburger Rathaus am 18. Januar 2015 packte Stefan Piechottka, 2. Vorsitzender der Evangelischen Allianz Marburg, dieses heiße Eisen an:

Vergeltung und Versöhnung

Miguel war ein großes Talent. In seinem Land studierte er Medizin, Geografie, Mathematik und Theologie. Er war ein guter Wissenschaftler mit einem hohen Wissensdurst. Als Theologe machte er nur einen Fehler. Seine Ergebnisse waren anders, als die der großen theologischen Elite.

Eine große Diskussion entbrannte, vor allem mit einem Theologen in einem Nachbarland, nur einen Steinwurf von seiner eigenen Heimat entfernt. Briefe wechselten, die Gemüter kochten über. Heute, im 21. Jahrhundert mitten in Europa stellt so etwas kein Problem dar. Wir sind es gewohnt, zu diskutieren und andere Meinungen stehen zu lassen.

In der Kultur, aus der Miguel stammt, sah es anders aus. Der Theologe, mit dem er stritt, wünsche ihm den Tod. Einmal sagte er: „Wenn dieser Mann einmal in meine Stadt kommt, wird er sie nicht mehr lebendig verlassen.“

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